Crimptechnik (Kontaktierung)

Crimptechnik bezeichnet ein Verfahren zur dauerhaften Verbindung von elektrischen Leitern mit Kontakten durch plastische Verformung. Dabei wird ein Crimpkontakt durch einen definierten Pressvorgang mechanisch mit dem Leiter verbunden. Das Ziel ist eine dauerhaft stabile, niederohmige Verbindung, die sowohl elektrische als auch mechanische Anforderungen erfüllt.

Crimpverbindungen sind in industriellen Serienanwendungen verbreitet, weil sie reproduzierbar herstellbar sind und sich gut prozessüberwachen lassen.

Funktionsprinzip der Crimpverbindung

Beim Crimpen werden Leiter und Kontakt unter definiertem Druck verformt. Dadurch entsteht eine form- und kraftschlüssige Verbindung. Bei korrekter Ausführung ergibt sich eine sehr stabile elektrische Verbindung mit geringem Übergangswiderstand.

Entscheidend ist, dass Leiterquerschnitt, Litzenaufbau und Crimpkontakt geometrisch zusammenpassen und mit geeigneten Werkzeugen verarbeitet werden.

Beim Crimpen werden Leiter und Kontakt unter definiertem Druck plastisch verformt. Dabei verdichten sich die Litzen des Leiters und werden mit dem Kontaktmaterial mechanisch verbunden. Bei korrekt ausgeführter Crimpung entsteht eine gasdichte Verbindung, die Korrosion im Kontaktbereich reduziert und einen dauerhaft niedrigen Übergangswiderstand ermöglicht.

Wichtige Einflussgrößen auf die Qualität

Die Qualität einer Crimpverbindung hängt insbesondere ab von:

  • Leiteraufbau (feindrähtig/massiv), Querschnitt, Materialoberfläche
  • Crimpkontakt-Geometrie (für Querschnitt und Litzenklasse ausgelegt)
  • Werkzeug (Crimpgesenk), Zustand/Verschleiß, korrekte Einstellung
  • Prozessparameter (z. B. definierte Pressgeometrie/Presshöhe)
  • korrekter Abisolierlänge und Einführtiefe des Leiters
  • sauberer Verarbeitung (keine Litzenverletzung, keine Fremdpartikel)

Typische Fehlerbilder in der Praxis

Crimpfehler wirken sich oft sofort oder als Langzeitproblem aus. Typische Fehler sind:

  • falscher Querschnitt/Leiterklasse → unzureichende Pressung oder Überpressung
  • Litzen abgeschnitten oder verletzt (z. B. durch falsches Abisolieren)
  • unvollständige Einführtiefe → reduzierte Kontaktfläche
  • beschädigte Isolation im Crimpbereich
  • Werkzeugverschleiß → Streuung der Crimpqualität
  • fehlende/ungeeignete Zugentlastung → Zugentlastung und Übergangsschutz

Prozessabsicherung und Qualitätskontrolle

In der Serienfertigung wird die Crimpqualität typischerweise über eine Kombination aus:

  • qualifizierten Werkzeugen und definierten Einstellungen
  • prozessbegleitender Kontrolle (Werkzeugüberwachung, Stichproben)
  • Endprüfung des Kabelsatzes (elektrisch)
    abgesichert.

Welche Kontrollen im Detail erforderlich sind, hängt von der Anwendung und Spezifikation ab (z. B. sicherheitsrelevant, Leistung, Vibration, Temperatur).

Neben elektrischen Prüfungen werden Crimpverbindungen häufig auch mechanisch geprüft. Typisch ist die Crimpzugprüfung, bei der die Zugfestigkeit der Verbindung gemessen wird, um sicherzustellen, dass Leiter und Kontakt ausreichend mechanisch verbunden sind.

Abgrenzung zu anderen Kontaktierungsverfahren

Je nach Anforderung können alternative oder ergänzende Verfahren sinnvoll sein:

  • Ultraschallschweißen für definierte stoffschlüssige Verbindungen metallischer Leiter
  • Ultraschallverdichten für formstabile Litzenenden als Anschlusszone (z. B. in Klemmen)
  • Löten für spezielle Anforderungen, jedoch prozesssensitiv und abhängig von Design/Umgebung

Crimptechnik im Vergleich zu Löten und Ultraschallschweißen

Neben der Crimptechnik werden in der Kabelkonfektion auch andere Verfahren zur Verbindung von Leitern und Kontakten eingesetzt. Dazu gehören insbesondere Lötverbindungen und Ultraschallschweißen. Die Auswahl der geeigneten Verbindungstechnik hängt von den elektrischen, mechanischen und fertigungstechnischen Anforderungen der jeweiligen Anwendung ab.

Crimpverbindungen

Beim Crimpen wird ein Kontakt mechanisch so verformt, dass Leiter und Kontakt eine dauerhaft feste Verbindung bilden. Richtig ausgeführte Crimpverbindungen sind vibrationsfest, besitzen einen niedrigen Übergangswiderstand und lassen sich in automatisierten Fertigungsprozessen mit hoher Reproduzierbarkeit herstellen.

Lötverbindungen

Beim Löten werden Leiter und Kontakt mithilfe eines geschmolzenen Lots verbunden. Das Verfahren wird vor allem in der Elektronik eingesetzt, ist jedoch in der industriellen Kabelkonfektion weniger verbreitet, da thermische Belastungen und mögliche Materialveränderungen berücksichtigt werden müssen.

Ultraschallschweißen

Beim Ultraschallschweißen werden Leiter unter hoher mechanischer Energie miteinander verschweißt. Das Verfahren wird häufig bei größeren Leiterquerschnitten oder bei speziellen Anforderungen an die Verbindung eingesetzt.

Weitere Informationen zu diesem Verfahren finden Sie im Fachartikel
Ultraschallschweißen in der Kabelkonfektion
 

Einsatzbereiche der Crimptechnik

Crimpverbindungen werden in der Kabelkonfektion überall dort eingesetzt, wo elektrische Leiter dauerhaft und zuverlässig mit Kontakten oder Steckverbindern verbunden werden müssen. Durch die plastische Verformung des Kontaktes entsteht eine gasdichte Verbindung zwischen Leiter und Kontaktmaterial, die sowohl elektrisch leitfähig als auch mechanisch belastbar ist.

Typische Anwendungen der Crimptechnik finden sich in vielen Bereichen der industriellen Elektrotechnik. Dazu gehören insbesondere die Konfektion von Steckverbindern für Maschinen und Anlagen, die Kontaktierung von Leitungen in Kabelsätzen und Kabelbäumen sowie der Anschluss von Sensoren, Aktoren und Steuerleitungen.

In der Praxis wird die Crimptechnik beispielsweise eingesetzt für:

Durch ihre hohe Prozesssicherheit und reproduzierbare Qualität ist die Crimptechnik heute eine der wichtigsten Verbindungstechniken in der industriellen Kabelkonfektion.

Weiterführende Informationen zur Qualitätssicherung von Crimpverbindungen finden Sie auch im Fachartikel
Prüfverfahren in der Kabelkonfektion

Weiterführende Informationen zur Kabelkonfektion

Prüfverfahren
Zugentlastung
Kabelmaterialien

 

Zur Übersicht → Kabelkonfektion

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