Flachbandkabel – Aufbau, Rastermaße und IDC-Technik

Flachbandkabel sind bewährte Mehrleiter-Verbindungen für die kompakte und wirtschaftliche Übertragung von Signalen. Diese Seite erläutert Aufbau, technische Merkmale, Rastermaße, IDC-Anschlusstechnik sowie typische Einsatzbereiche in Industrie und Gerätetechnik.

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Aufbau und Funktionsprinzip

Flachbandkabel bestehen aus parallel angeordneten, meist PVC-isolierten Einzelleitern mit definiertem Rastermaß. Die Leiter sind in einer flachen Geometrie verbunden, wodurch:

  • eine platzsparende Verlegung möglich ist
  • mehrere Signale strukturiert geführt werden
  • eine einfache Konfektionierung mit Schneidklemmtechnik (IDC) erfolgt

Je nach Ausführung sind geschirmte Varianten oder Flachrund-Ausführungen verfügbar.

Rastermaße und Leiterquerschnitte

Typische Rastermaße sind:

  • 1,00 mm
  • 1,27 mm
  • 2,50 mm
  • 2,54 mm

Gängige Leiterquerschnitte:

  • AWG 26
  • AWG 28
  • AWG 30 (z. B. RM 0,635 mm)

Die Wahl von Rastermaß und AWG beeinflusst Stromtragfähigkeit, Stecksystemkompatibilität und Biegeradius.

IDC-Technik (Schneidklemmtechnik)

Bei der IDC-Technik (Insulation Displacement Connection) wird der Leiter ohne vorheriges Abisolieren in einen Kontakt eingebracht. Die Kontaktklingen durchdringen die Isolation und stellen eine elektrische Verbindung her.

Vorteile:

  • schnelle, reproduzierbare Konfektion
  • kosteneffizient bei Mehrpol-Anwendungen
  • geringe Fertigungszeit

Typische Systeme:

  • Sub-D in IDC-Ausführung
  • Pfosten-/Buchsenleisten nach DIN 41651
  • DIN 41612
  • MicroMatch, PicoFlex u. a.

Einsatzbereiche

Flachbandkabel werden eingesetzt in:

  • Steuerungs- und Regeltechnik
  • Schaltschrank- und Gerätebau
  • Leiterplattenanbindung
  • Prüf- und Messtechnik
  • Retrofit- und Serviceanwendungen

Sie eignen sich besonders für kurze bis mittlere Signalverbindungen mit hoher Polzahl.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • kompakte Bauform
  • einfache Strukturierung vieler Adern
  • wirtschaftlich bei Serienfertigung
  • schnelle Montage mit IDC

Nachteile

  • begrenzte Stromtragfähigkeit
  • eingeschränkte mechanische Robustheit gegenüber Rundkabeln
  • bei EMV-Anforderungen ggf. zusätzliche Maßnahmen erforderlich

Konstruktions- und Planungshinweise

Bei der Auslegung sollten berücksichtigt werden:

  • zulässige Strombelastung pro Leiter
  • mechanische Beanspruchung und Biegeradien
  • EMV-Anforderungen
  • Polzahl und Steckerkompatibilität
  • Kabellänge und Spannungsabfall

Eine saubere Spezifikation verhindert Kontaktprobleme und Montagefehler.

Kontakt

Wenn Sie zu den Inhalten dieser Seite Fragen haben oder Unterstützung bei der Spezifikation Ihrer Kabelkonfektion benötigen, helfen wir Ihnen gern weiter.
Senden Sie uns einfach die vorhandenen Informationen oder Unterlagen – wir melden uns mit Rückfragen oder einem Lösungsvorschlag.

Falls bereits vorhanden, helfen z. B. Angaben zu Leitungstyp, Längen mit Maßbezug, Steckverbindern, Schirmanbindung und Prüfumfang bei der schnellen Klärung.

Geschäftsbereich Kabelkonfektion

E-Mail: kabelkonfektion(at)artec-systems.de

Lerchenfeld 11
D-91459 Markt Erlbach
Tel.: +49 9106 / 92491 - 0