Aufbau eines Koaxialkabels
Ein Koaxialkabel besteht aus vier konzentrisch angeordneten Komponenten:
- Innenleiter (Kupfer, verzinnt oder versilbert)
- Dielektrikum (Isolator mit definierten HF-Eigenschaften)
- Schirm (Geflecht, Folie oder Kombination)
- Außenmantel (mechanischer Schutz)
Die konzentrische Geometrie sorgt für eine definierte Impedanz und minimiert elektromagnetische Störeinflüsse.
Charakteristische Impedanz (50 Ω vs. 75 Ω)
Die Impedanz ist eine zentrale Kenngröße in der HF-Technik.
- 50 Ω: Standard in Hochfrequenz-, Mess- und Funktechnik
- 75 Ω: häufig bei Video- und Signalübertragung
Eine falsche Impedanzanpassung führt zu:
- Signalreflexionen
- Leistungsverlust
- erhöhter Dämpfung
- Verschlechterung der Signalqualität
Wichtige elektrische Kennwerte
Bei der Auswahl eines Koaxialkabels sind relevant:
- Dämpfung (dB/m)
- Rückflussdämpfung
- Kapazität pro Meter
- maximaler Frequenzbereich
- Schirmungsmaß
Diese Parameter bestimmen, wie verlustarm und störsicher ein Signal übertragen wird.
Schirmung und EMV
Die Schirmung kann ausgeführt sein als:
- Geflechtschirm
- Folienschirm
- Kombination aus Folie und Geflecht
Ein sauberer 360°-Schirmkontakt ist entscheidend für:
- EMV-Stabilität
- Minimierung von Einstrahlung
- Vermeidung von Signalstörungen
Steckverbindersysteme
Typische Koax-Steckverbinder sind:
- BNC
- SMA
- SMB / SMC
- TNC
- N-Steckverbinder
Die Auswahl hängt ab von:
- Frequenzbereich
- mechanischer Beanspruchung
- Baugröße
- Verriegelungsmechanismus
Kabeltypen und Bauformen
Koaxialkabel sind verfügbar als:
- flexible Varianten (z. B. RG-Typen)
- hochflexible Miniaturkoax
- semi-rigide oder starre Ausführungen
- temperatur- oder chemikalienbeständige Spezialkabel
Die Bauform beeinflusst Biegeradius, mechanische Belastbarkeit und HF-Verhalten.
Typische Anwendungsbereiche
- Mess- und Prüftechnik
- Hochfrequenztechnik
- Antennenanbindungen
- Bild- und Videosignale
- industrielle Sensor- und Kommunikationssysteme
Planungshinweise
Bei der Konstruktion sollten berücksichtigt werden:
- richtige Impedanzwahl
- zulässiger Biegeradius
- Frequenzbereich der Anwendung
- Umgebungstemperatur
- mechanische Belastung
- passende Steckverbindung
Eine vollständige Spezifikation verhindert Signalverluste und Fehlanpassungen.